Halbjahresbericht zum 31. März 2006 für das Geschäftsjahr 2005/2006
Sehr geehrte Aktionäre,
mit diesem Zwischenbericht informieren wir Sie über den Verlauf und das Ergebnis der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2005/2006 (Oktober 2005 bis März 2006). Der Zwischenbericht ist gemäß den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt. Für das Geschäftsjahr 2005/2006 wird die Kässbohrer Geländefahrzeug AG erstmals nach den internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen IFRS Bericht erstatten.
MARKT UND UMSATZ
Die Entwicklung im Wintertourismus in der Saison 2005/2006 war sehr positiv. Frühe Schneefälle und Kälte, welche eine maschinelle Beschneiung ermöglichten, sorgten für einen guten Start in die Wintersaison. Kleine und mittlere Skigebiete in Deutschland und Österreich konnten teilweise bereits Ende November in Betrieb gehen. Bis Mitte/Ende April herrschten auch in niedrigeren Lagen gute bis sehr gute Skibedingungen. Die Skigebietsgesellschaften konnten somit überdurchschnittlich gute Ergebnisse erzielen. Der lange Skiwinter und die guten Schneefälle haben die Einsatzzeiten der Pistenpräparierfahrzeuge erhöht. Damit war die Marktsituation insbesondere für das Ersatzteil- und Servicegeschäft sehr positiv.
Das weltweite liegt nach unseren Markterhebungen für den Winter 2005/2006 nochmals auf dem im langjährigen Vergleich sehr hohen Niveau des Vorjahres. Während in einzelnen Märkten Zentraleuropas weniger Pistenfahrzeuge verkauft wurden (z.B. ist in Österreich im Vorjahr ein Investitionsförderprogramm ausgelaufen), war das Volumen in Osteuropa, Skandinavien und Asien höher als 2004/2005.
Die Kässbohrer Geländefahrzeug AG hat bei einem Marktanteil von klar über 50 % ihre weltweit führende Position in diesem sehr guten Marktumfeld weiter ausgebaut.
Das Unternehmen hat die Produktrechte eines nordamerikanischen Herstellers für ein Raupenfahrzeug erworben. Damit sollen zunächst in Nordamerika Energie- und Telekommunikationsunternehmen, Organisationen des Transport- und Umweltschutzes sowie Organisationen des Zivil- und Katastrophenschutzes erreicht werden, die diese leichten und preisgünstigen Fahrzeuge für Servicefunktionen einsetzen. Produktion und Vertrieb erfolgen durch die Tochtergesellschaft Kässbohrer All Terrain Vehicle Inc. Reno/Nevada, USA.
Die Kässbohrer Geländefahrzeug AG hat ihre Technologie- und Innovationsführerschaft erneut unter Beweis gestellt. Im Februar und März wurde eine neue Fahrzeuggeneration unter dem Motto „Fire-in-Red“ dem europäischen Markt vorgestellt. Der PistenBully 600 mit 400 PS ist die neue Generation des im Markt meistverkauften Pistenfahrzeugs - dem PistenBully 300. Der PistenBully 600 überzeugte Kunden, Fahrer und Monteure vom Start weg. Das Fahrzeug erhielt für die innovative Technologie zum Nutzen unserer Kunden und das neue Design hervorragende Kritiken. Der PistenBully 600 steht für die kommende Wintersaison 2006/2007 erstmals zum Verkauf.
In dem positiv gestimmten Marktumfeld des Wintertourismus konnte der Absatz an neuen PistenBully gegenüber dem bereits sehr guten ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2004/2005 nochmals um 10 % gesteigert werden. Der Konzernumsatz des ersten Geschäftshalbjahres 2005/2006 kletterte überproportional zum Absatz auf 156,1 Mio. Euro (Vj. 138,2 Mio. Euro). Dies entspricht einer Steigerung um 13 %. Damit wurden die Planungen des Unternehmens deutlich übertroffen. Das Umsatzplus resultiert vorwiegend aus dem gestiegenen Verkauf von Neufahrzeugen bei einem günstigen Produktmix sowie einem positiven Wechselkurseffekt aus dem US-Dollar.
Die vergangene Wintersaison bescherte aufgrund der anhaltend guten Schneelage auch gute Umsätze im Service- und Ersatzteilgeschäft. Gegenüber dem Vorjahreshalbjahr konnte der Wert um 16 % auf 28 Mio. Euro gesteigert werden.
Das Gebrauchtfahrzeuggeschäft ist nach dem Rekordumsatz im vergangenen Jahr leicht gesunken. Der Umsatz liegt per 31. März bei 11,6 Mio. Euro (Vj. 12,7 Mio. Euro). Das derzeitige Absatz- und Umsatzniveau ist aber nach wie vor als zufrieden stellend anzusehen. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Gebrauchtfahrzeugen ist begünstigt durch die auch in niedrigeren Lagen guten Schneebedingungen.
Der Umsatz bei ist per Ende März auf 0,9 Mio. Euro (Vj. 0,6 Mio. Euro) angestiegen. Zum Hauptumsatzträger hat sich das erst im Sommer 2005 im Markt eingeführte Fahrzeug, der BeachTech 2800, entwickelt. Die eigentliche Verkaufssaison der Sparte BeachTech beginnt jedoch erst im Frühjahr, erfahrungsgemäß nach den Osterfeiertagen. Insgesamt zeigt sich nach der enttäuschenden vergangenen BeachTech-Saison wieder eine leichte Belebung des Marktes.
ERTRAGSLAGE
Der im ersten Halbjahr 2005/2006 gegenüber dem Vorjahr um 13 % höhere Umsatz hat zu einer Steigerung des Rohertrags von 56,5 Mio. Euro auf 62,7 Mio. Euro geführt. Dies entspricht einer zum Umsatz nur unterproportionalen Steigerung. Somit ist der Rohertragssatz (bezogen auf den Konzernumsatz) mit 40,2 % unter dem Vorjahreswert von 40,9 % ausgewiesen. Die Ausstattungsverbesserungen der Fahrzeuge sowie lieferantenseitige Preissteigerungen konnten nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden.
Der Personalaufwand ist um 8 % auf 15,5 Mio. Euro gestiegen. Die Erhöhung resultiert aus einer Tariferhöhung, der höheren Mitarbeiterzahl und einem höheren Kapazitätsbedarf. So wurden im Vergleich zu den Vorjahren geleistete Überstunden in der Fertigung bis Ende März nur in geringerem Maße abgebaut. Durch den in den vergangenen Jahren stetig zunehmenden PistenBully-Absatz wurde die Mitarbeiterzahl in Vertrieb und Service erhöht. Dadurch wird gewährleistet, dass der für den Markterfolg des Unternehmens grundlegende hohe Servicegrad sichergestellt und weiter verbessert wird.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit 11,1 Mio. Euro 7 % über dem Vorjahreswert von 10,3 Mio. Euro. Umsatzbedingt sind Frachten, Provisionen und Vertriebskosten angestiegen. Erhöhend gegenüber dem Vorjahreswert wirken sich zusätzliche Marketingaufwendungen für die Produkteinführung des PistenBully 600 aus. Trotz zusätzlicher Steigerungen der Energiepreise sind die Aufwendungen zum Umsatz nur unterproportional gestiegen.
Obwohl der Rohertragssatz rückläufig war, konnte das Ergebnis vor Ertragsteuern proportional zum Umsatz gesteigert werden. Dies wurde durch die begrenzte Steigerung der operativen Kosten erreicht. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beträgt für das erste Halbjahr 2005/2006 34,7 Mio. Euro nach 30,3 Mio. Euro im Vorjahr.
Die Ertragsteuern sind mit 12,5 Mio. Euro um 1,8 Mio. Euro über dem Vorjahr ausgewiesen. Der Anstieg ist auf das höhere Vorsteuerergebnis zurückzuführen.
Die Steigerung des Konzernumsatzes hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2005/2006 eine Erhöhung des Konzernergebnisses von 19,6 Mio. Euro auf 22,2 Mio. Euro ermöglicht.
SONSTIGES
Herr Gebhard Schwarz, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, hat mit Wirkung zum 11. April 2006 die Kässbohrer Geländefahrzeug AG im gegenseitigen Einvernehmen verlassen. Zum 1. Mai 2006 wurde Herr Jens Rottmair in den Vorstand berufen. Herr Rottmair übernimmt als Sprecher des Vorstands die Bereiche Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service.
AUSBLICK
Die Skigebietsgesellschaften haben im Winter 2005/2006 zum wiederholten Mal gute Ergebnisse erzielt. Auch Skigebiete in niederen Lagen blicken auf eine zufrieden stellende Saison zurück. Die Kässbohrer Geländefahrzeug AG ist in hohem Maße von der Entwicklung der Seilbahngesellschaften sowie den in diesem Umfeld gegebenen Rahmenbedingungen abhängig. In den Skigebieten herrschte nach den guten Vorwintern bereits im letzten Sommer und zu Beginn des Winters 2005/2006 ein positives Investitionsklima. Kaufentscheidungen wurden deshalb früh getroffen. Davon hat die Kässbohrer Geländefahrzeug AG bei höherem Marktanteil mit einem gegenüber Vorjahr höheren Auftragseingang bei Neufahrzeugen profitiert. Auch im Ersatzteil- und Servicegeschäft konnten die Umsätze gesteigert werden.
Es ist darauf hinzuweisen, dass aufgrund der sehr guten letzten Winter mit hervorragenden Skibedingungen die Investitionstätigkeit der Skigebietsgesellschaften auf einem sehr hohen Niveau war. Insofern ist das Ergebnis des Geschäftsjahres 2005/2006 als außergewöhnlich gut anzusehen. Bei künftig eventuell nachteiligen klimatischen Bedingungen macht sich dies dann auch unmittelbar in einem geringeren Auftragseingang für die Kässbohrer Geländefahrzeug AG bemerkbar.
Durch die starke Saisonalität des Geschäfts realisiert die Kässbohrer Geländefahrzeug AG in den ersten sechs Monten des Geschäftsjahres (Okt. – Mrz) meist mehr als 75% des gesamten Jahresumsatzes. Im laufenden Geschäftsjahr wurde aufgrund des langen Winters und der äußerst positiven Geschäftsentwicklung mit 156,1 Mio. Euro nahezu der Gesamtjahresumsatz des Geschäftsjahres 2004/2005 (164,6 Mio. Euro) erreicht. Im zweiten Geschäftshalbjahr ist üblicherweise nur noch eine geringe Umsatztätigkeit zu erwarten. Vor diesem Hintergrund ist der Ergebnisbeitrag dieses Zeitraums stets negativ.
Aufgrund des guten Verlaufs des vergangenen Winters erhöht die Kässbohrer Geländefahrzeug AG ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2005/2006. Der Konzernumsatz wird voraussichtlich bei über 180 Mio. Euro liegen. Dies entspricht einem Umsatzplus von rund 10 %. Das Konzerergebnis wird sich in Relation zur Umsatzsteigerung klar überproportional erhöhen (Vorjahr: 10,6 Mio. Euro). Auf das Konzernergebnis können die Entwicklung der Wechselkursrelationen zum US-Dollar und Schweizer Franken sowie die im Sommer erreichbaren Ersatzteilumsätze noch wesentlichen Einfluss haben. Auch die Umsatztätigkeit mit den asiatischen Ländern, insbesondere Japan und Südkorea, kann hinsichtlich ihres zeitlichen Anfalls (ab September oder ab Oktober) nicht mit ausreichender Sicherheit prognostiziert werden.
UNTERNEHMENSKALENDER
26. bis 28. April 2006
SAM, Salon de l´Aménagement de la Montagne, Grenoble, Frankreich, Wintertechnik-Messe
30. September 2006
Ende des Geschäftsjahres 2005/2006
Konzernabschluss erstmalig nach den Bestimmungen der internationalen Rechnungslegung (IFRS)
Dezember 2006
Bilanzpressekonferenz für das Geschäftsjahr 2005/2006
Februar 2007
Ordentliche Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2005/2006
KÄSSBOHRER GELÄNDEFAHRZEUG AG
Der Vorstand
Gewinn- und Verlustrechnung der Kässbohrer Gruppe
| (in TEUR) | 1. Oktober 2004 - 31. März 2005 | 1. Oktober 2005 - 31.März 2006 |
| Bestandsveränderung | -20.419 | -22.262 |
| Materialaufwand | -61.208 | -71.119 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 526 | 723 |
| Personalaufwand | -14.350 | -15.473 |
| Abschreibungen | -1.406 | -1.538 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen 1) | -10.341 | -11.112 |
| Finanzergebnis | -683 | -663 |
| Ertragssteuern | -10.645 | -12.439 |
| Konzernergebnis je Aktie in TEUR | 3,92 | 4,43 |
| Mitarbeiter per 31. März | 432 | 448 |
1) Erstmalig ist im Finanzergebnis der Zinsanteil der Leasingraten für das Werk Laupheim in Höhe von 0,4 Mio. Euro (Vj. 0,4 Mio. Euro) enthalten. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.



















